88. Kongress deutschsprachiger Imker

Sektempfang mit Mr. President

4 Tage im Schwabenland bei Dauerregen! – Wie gut, dass es einen Kongress gab und man nicht so oft nach draußen musste! Die Veranstaltung war zweigeteilt. Zum einen gab es den Kongress, bei dem Vorträge gehalten wurden, sich die teilnehmenden Länder an Ständen vorstellten und Fachliteratur verkauft wurde. Zum anderen gab es eine Imkeraustellung. Hier wurden zwar keine Imker ausgestellt, dafür jedoch allerlei Gerätschaften und anderer Imkerbedarf. Leider waren die Standorte nicht direkt nebeneinander, so dass man erst einmal durch den Regen spazieren musste. Dafür war der Übergang von der Kongresshalle zur Landesgartenschau Baden-Württemberg fließend …

Wie bei solchen Kongressen üblich gab es sehr gute, interessante und auch weniger spannende Vorträge. Ich beschränke mich hier auf meine persönlichen Highlights.

Zulassung von Arzneimitteln für Bienen
Die Zulassung für Arzneimittel für Bienen erfolgt beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Hat die Anwendung von Arzneimitteln unerwartete Auswirkungen, sollte der Imker das beim BVL melden. Nur so kann eine erneute Prüfung eingeleitet werden und dem Produkt gegebenenfalls die Zulassung entzogen werden. Diese Antwort gab Gesine Hahn vom BVL auf die Frage, warum bestimmte Bienen-Arzneimittel noch immer auf dem Markt erhältlich seien.

Maisanbau zur Biogaserzeugung
Oft spricht man von dem Missstand, dass auf Äckern Monokulturen angebaut werden. Vorzeigebeispiel ist hierbei der Mais. Man sieht ja auch immer mehr Mais auf den Feldern… oder? Mais ist mit Abstand am effizientesten, wenn es um die Biogas-Gewinnung geht. Wie viel Mais befindet sich derzeit eigentlich auf Deutschlands Äckern? Otto Körner vom Fachverband Biogas e.V. hat die Zahlen dazu. Ihm zufolge seien nur 7% der deutschen Ackerfläche mit Mais bepflanzt, wobei hierbei zwischen Silomais und Körnermais unterschieden wird. Mehr Informationen zu Mais findet man unter http://www.maiskomitee.de/. Es gibt jedoch auch Alternativen zum Mais, die zwar weniger effizient in der Biogas-Gewinnung sind, dafür aber andere Vorteile mit sich bringen. Zum Beispiel Sorghumhirse, durchwachsene Silphie und Wildpflanzenmischungen. Apropos Wildpflanzenmischung…

Wildpflanzen im Ackerbau
Ein grandioser Vortrag von Werner Kuhn beantwortet die Frage “Stellen Blühflächen auch für die Landwirtschaft eine Alternative dar?” mit einem deutlichen JA! Das Prinzip ist schon von der Besichtigung des Wildpflanzenackers in Hammersbach bekannt. Das Netzwerk Lebensraum Feldflur betreibt Öffentlichkeitsarbeit und engagiert sich politisch, um mehrjährige Wildpflanzenäcker in die europäische “Greening-Förderung” mit aufzunehmen. Vorteile, Methoden etc. werde ich hier nicht auflisten. Besuchen Sie die Website http://www.lebensraum-feldflur.de!

Die Bienen-App
Nach Startschwierigkeiten ist die Bienen-App des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft inzwischen durchaus nützlich. Neben  kleinen Informationsblöcken bietet sie vor allem einen Blühpflanzenlexikon, das nach verschiedenen Kriterien gefiltert werden kann (Blühzeit, Bienenfreundlichkeit, Blütenfarbe etc.). Den Katalog gibt es auch in Papierform – er liegt bei vielen Veranstaltungen aus. Sehr hilfreich bei der Frage, mit welchen Pflanzen man den Balkon und Garten verschönern könnte. Die App ist für iOS, Windows Phone und Android gleichermaßen verfügbar.

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Erntedank- und Hoffest in Friedberg

7. September 2014: Der Regionalbauernverband Wetterau-Frankfurt lädt zum jährlichen Erntedank- und Hoffest nach Friedberg auf das Raiffeisen-Gelände ein.

Erntedankfest mit Rapsblüten-, Milch- und Erdbeerkönigin

Erntedankfest mit Rapsblüten-, Milch- und Erdbeerkönigin

Wieder einmal konnten sich interessierte Bürger im Rahmen einer Festlichkeit über Landwirtschaft informieren. Die Veranstaltung wurde mit einem ökumenischen Gottesdienst eröffnet. Die Predigt beschäftigte sich unter anderem mit dem Thema Dankbarkeit – wie sollte es an einem Erntedankfest auch anders sein? Aber auch die Nahrungsmittelverteilung, Praxisferne von Reglementierungen und nachhaltige Landwirtschaft wurden angesprochen. Meine Lieblingssaussage hierbei war, dass es das Ziel eines jeden Landwirts sei, die bewirtschaftete Fläche in einem besseren Zustand an seinen Nachfolger weiter zu geben.

Der allgemeine Ton der Veranstaltung war: “Uns geht’s hier in der Wetterau doch recht gut”. Mit problematischem Wetter haben die Bauern seit jeher zu kämpfen, aber die Ernte ist dennoch zufriedenstellend.

Ein großes Problem jedoch sei die Distanz zwischen Verbraucher und Landwirt. Immer weniger Verbraucher machen sich beim Einkaufen Gedanken über die Herkunft ihrer Nahrungsmittel. Auch im Supermarkt können und sollten regionale und saisonale Produkte bevorzugt gekauft werden. Ein Bio-Siegel ist nicht unbedingt das Maß aller Dinge! Denn ist es nicht ökonomischer, regionale Produkte zu kaufen, statt Bio-Ware, die womöglich von einem anderen Kontinent eingeflogen wird? Das Einkaufen auf Wochenmärkten und in Hoflädchen bietet den unumstrittenen Vorteil, dass sich der Verbraucher direkt über Herkunft und Anbau der Lebensmittel erkundigen kann. Um Verbraucher aufzuklären und sie der Lebensmittelerzeugung wieder näher zu bringen, gibt es immer wieder Hoffeste, die ich jedem nur ans Herz legen kann. An einem schönen Wochenende kann man einen netten Tagesausflug zu einem Hof machen, ein wenig lernen, ein wenig speisen, ein wenig einkaufen und den Tag genießen.

Viele Menschen (auch ich) haben den Bezug zu dem Wert eines Nahrungsmittels verloren. Große Konzerne drücken den Preis, um immer “bessere” Angebote zu machen – und das mit Erfolg. Warum sollte man beispielsweise ein Vielfaches für Butter ausgeben, wenn sie auch zu Schleuderpreisen angeboten wird? Verdeutlicht man sich hingegen einmal wie viel Arbeit dahinter steckt, bis die Butter im Regal liegt, sollte die Frage doch eher lauten: “Wer wird bei diesem Kauf beschissen?” und “Wo kann ich Nahrungsmittel zu einem fairen Preis kaufen?”

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Eichsfelder Bauernmarkt

Honigbier

Honey Ale von Michels

Das Eichsfeld liegt im nordöstlichen Hessen, südöstlichen Niedersachsen und nordwestlichen Thüringen. Der Bauernmarkt fand dieses Jahr auf dem Sportplatz in Kallmerode statt.

Bei mäßig gutem Wetter machte ich mich mit meinen Eltern früh morgens auf den Weg nach Thüringen. Dort war ich zur Eröffnung des Marktes eingeladen und durfte einige Worte an die Marktbesucher richten. Mein einleitender Satz “Ich komm aus Hessen” wurde mit einem  “Schlimm genuch” kommentiert. Wie war das wohl gemeint? Beim anschließenden Dank an die Veranstalter, mich als Hessische Honigkönigin zu einer Veranstaltung im “Ausland” einzuladen, bekam ich dagegen Applaus. Kann sein, das es nicht jeder mit Humor nahm … Naja, immerhin bleibt es in Erinnerung!

mit Andrea auf der Schafsquadriga

Schafsquadriga


Auch die erste Eichsfelder Bierkönigin Andrea war anwesend. Sie übernahm die ehrenvolle Aufgabe des Anzapfens. Mit ihr gemeinsam wurde ich in einer Schafsquadriga in das Festzelt eingefahren (siehe Bild).  Die sich anschließende “Rundfahrt” endete allerdings am Schafstall und der Rückweg durch den aufgeweichten Boden gestaltete sich in hohen Schuhen als Herausforderung. Zurück am Garderoben-Hauptquartier stieg ich deshalb auf angemesseneres Schuhwerk um und begann einen kleinen Rundgang – mit Kleid, Krönchen und Chucks. Die Theorie “die Schuhe sieht man bei dem Kleid sowieso nicht” wurde durch die Anzahl der diesbezüglichen Kommentare deutlich widerlegt. Meine Nachfolgerin sollte vielleicht abendkleidtaugliche Gummistiefel in Erwägung ziehen.

Auch wenn die Fortbewegung auf dem Gelände nicht ganz einfach war – der Markt hatte viel zu bieten. Vor allem regionale Produkte wurden zum Verkauf angeboten: von Käse über Kartoffeln und Pilzen bis hin zu Reisigbesen, die vor Ort angefertigt wurden und besonders meinen Vater begeisterten. Bei der vielfältigen Tierschau konnte man vom Wellensittich bis zum Bullen zahlreiche Lebewesen begutachten. Besondere Marktattraktionen waren die Schafschur und die Landmaschinenausstellung.

Imkerverein Leinefelde

Wie üblich war der Stand des örtlichen Imkervereins besonders anziehend für mich. Die Vertreter des Vereins Leinefelde informierten die Marktbesucher über die Kunst (oder das Handwerk?) der Imkerei und konnten mit vielen ausgestellten Gerätschaften und natürlich den beiden Jungs in Biene Maja- und Willi-T-Shirt die Aufmerksamkeit auf die Imkerei lenken. Der Bauernmarkt, der dieses Jahr unter dem Thema “Honig – süßer Genuss” stattfand, offerierte aber noch weitere honigliche Besonderheiten. Neben dem Imkerstand wurde die Stocklufttherapie zur Behandlung von u. a. Bronchitis vorgestellt. (Ja, hierbei wird Luft aus dem Bienenstock inhaliert! mehr zur Stockluft) Es wurde leckeres regionales Honigbier von Michels  zum Verkauf und Verzehr angeboten (mehr zur Brauereiund wir konnten außergewöhnlich klaren Akazienhonig erwerben.

Akazienhonig in Brandenburg von Eichsfelder Bienen gesammelt

Schön, dass sich die Gesellschaft mit der Imkerei und Honig auseinandersetzt und sogar einen gesamten Markt unter diesem Motto veranstaltet. Leider war es mir zeitlich nicht möglich die Vorträge des Imkervereins zu hören – aber ich bin überzeugt davon, dass sie ihre Sache gut gemacht haben. Andererseits bin ich froh, dass ich bei einsetzendem Regen wieder auf dem Nachhauseweg war.

(Vielen Dank an Johannes Schneemann für die Bilder)

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Kunsthandwerkermarkt in Thalfang

in Thalfang mit Josef Adams

Wie kommt man als Hessische Honigkönigin zum Luftkurort Thalfang am Erbeskopf in Rheinland-Pfalz? Das ist wohl hauptsächlich dem Sachverhalt zu verdanken, dass es keine Rheinland-Pfälzische Honigkönigin gibt. “Gut für mich” ist meine Meinung dazu nach dem letzten Wochenende. Wobei ich mir zuerst gar nicht sicher war, ob ich die doch recht weite Fahrt auf mich nehmen wollte. Dass ich mich im Endeffekt dazu entschieden habe ist Herrn Josef Adams zu verdanken, der mir in einem charmanten Telefongespräch ausführlich und nachvollziehbar darlegte, warum der Kundhandwerkermarkt in Thalfang etwas ganz Besonderes ist. Ähnliches wird ja durchaus häufiger behauptet, aber die offene und freundliche Art des Thalfängers (haha?) hat mich letztendlich überzeugt.

Meine Hoffnung, dass alle Leute in Thalfang so nett seien wie Herr Adams wurde nicht enttäuscht. Ich wurde sehr freundlich empfangen und konnte mich im Rathaus umziehen. Dort erfuhr ich gleich, dass der Herr Ortsbürgermeister Burkhard Graul auch Hobby-Imker ist.

Gegen 11:00 Uhr wurde der Markt offiziell mit Gesang und Grußworten eröffnet. Ich hab sogar einen Geschenkkorb mit regionalen Köstlichkeiten bekommen. (Jawohl, so empfängt man eine Königin.) Danach wurde ein gemeinsamer Rundgang über den sehr eindrucksvollen Markt gemacht. Alle Aussteller müssen bestimmte Kriterien erfüllen und die Ware ist hauptsächlich selbstgemacht. So einen Markt hatte ich tatsächlich noch nicht gesehen.

Rettungsaktion

Der Rundgang nahm einiges an Zeit in Anspruch, aber ich durfte als Königin sehr vieles ausprobieren. Neben dem Rathaus wurden die neuen Defibrillatoren der Stadt vorgestellt. Das Gerät gibt genaue Anweisung, was zu tun ist. Hier konnte ich auch gleich das Leben einer Puppe retten. Die Mund-zu-Mund-Beatmung wurde mir netterweise erspart.

Außerdem gab es handgefertigte Keramikwaren, Austernschalen-Schmuck, leckeren Senf und Gewürze, Vogelhäuschen, Schnaps, Bürsten und Besen und vieles mehr. Ein Besuch auf diesem jährlich stattfindenden Markt ist wärmstens zu empfehlen. Eine Besonderheit ist außerdem ein Geschäft, das wir am Ende des Rundgangs besuchten. Hier werden regionale und selbst-gefertigte Produkte angeboten. Man findet beispielsweise Schmuck, Taschen und Körbe, Kerzen und Kulinarisches. Dort begann auch die ausgiebige Shopping-Tour. Was ich dabei erstanden habe bleibt allerdings geheim.

Nach einer kleinen Stärkung (lecker Spießbraten) und weiterem Bummeln über den Markt war es schon fortgeschrittener Nachmittag. Als sich dann der Himmel wieder zuzog, beschlossen wir die Heimfahrt anzutreten.

Der Kunsthandwerkermarkt ist einer der schönsten Märkte, auf denen ich bisher war und hat wirklich ein außergewöhnliches Angebot. An diesem Tag habe ich wieder einmal festgestellt welche Vorteile das Amt der Honigkönigin mit sich bringt: Man lernt wunderschöne Orte in Hessen und Deutschland kennen, zu denen man sonst wohl nie gereist wäre. Thalfang – das ist dieser kleine Ort in Rheinland-Pfalz, wo man so herzlich empfangen wird und wo es den originellen Kunsthandwerkermarkt gibt. Es war bestimmt nicht mein letzter Besuch!

Beim Kunst-Schmied

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Hoffest in Nieder-Erlenbach

Wie werden in Deutschland eigentlich Lebensmittel angebaut? Diese Frage können nicht viele Menschen beantworten. Auch wenn sich ein Teil der Bevölkerung darum bemüht regionale Lebensmittel einzukaufen, ist der Produktionsprozess doch vielen unbekannt. Das ist auch dem Hessischen Bauernverband bewusst. So kann und soll es aber nicht bleiben! Deshalb organisiert der HBV in ganz Hessen Hoffeste auf denen Bürger sich über die Bedingungen und die Abläufe in Höfen, Gärtnereien etc. informieren können.

Ziel hierbei ist es die Transparenz in der Landwirtschaft zu erhöhen und den Bürger auf angenehme und unterhaltsame Weise zu informieren. In der Landwirtschaft gibt es eine Menge Zertifizierungen und Kontrollinstanzen, die den Verbraucher schützen. Aber wer kennt eigentlich die Bedeutung, die hinter den diversen Siegeln und Aufdrucken steht?

Hoffest Nieder-Erlenbach

vlnr: Dr. Matthias Mehl (Kreislandwirt), Hildegard Schuster (Präsidentin der Landfrauen), Uwe Becker (Stadtkämmerer Frankfurt), Erika Steinbach (Mitglied des Bundestages), Svenja I. (Hess. Milchkönigin), Thomas Mann (Europaabgeordneter), Anna-Lena I. (Hess. Honigkönigin), Markus Frank (Stadtrat Frankfurt)

In Nieder-Erlenbach wurde vor allem erklärt, welch enormer Aufwand hinter diesen “Qualitätsnachweisen” steht. Oft seien es Selbstverständlichkeiten, die gefordert werden, aber der Nachweis erfordere einiges an bürokratischem Aufwand. Für einen Familienbetrieb sei das eine weitere Belastung, die das Auskommen gefährde. Es steht die Frage im Raum, wie  Verbraucherschutz gesichert werden kann und gleichzeitig der bürokratische Aufwand für landwirtschaftliche Familienbetriebe minimal gehalten wird. Es gilt Kompromisse zu finden und das Vertrauen der Menschen in die regionale Landwirtschaft zu stärken.

Kühlhaus

Im Kühlhaus der Gärtnerei Kunna

In der Gärtnerei Kunna in Nieder-Erlenbach, wo Mitte Juli ein Hoffest statt fand, wurde gezeigt wie es geht. Nach einer kleinen Führung durch den Betrieb und einigen Grußworten hatte man die Gelegenheit in geselliger Runde mehr über den Betrieb zu erfahren. Die Gärtnerei befasst sich hauptsächlich mit dem Anbau von Kohlarten und Schnittblumen (eine Riesenauswahl an Freilandrosen!). Die Lebensmittel werden an einen Supermarkt geliefert, aber auch im eigenen Hofladen vermarktet. Hier können sie mehr über die Gärtnerei Kunna erfahren. Mit einer erstaunlichen Auswahl an Salaten und Kuchen und natürlich auch Würstchen im Brötchen war für das leibliche Wohl bestens gesorgt.

Bei dieser Veranstaltung Mitte Juli habe ich vor allem eines mitgenommen: Die Informationen zur Website Land-Partie. (Die Informationen werden auch in verschiedenen kleinen Broschüren angeboten.) Hier findet man Termine zu Feiern und Festen auf Höfen; man erfährt auf welchem Hof es was zu kaufen gibt, welche Veranstaltungen stattfinden und auch welche Gaststätten sich von Höfen aus der Region beliefern lassen. Ein sehr informatives und nützliches Projekt des Amts für den ländlichen Raum beim Hochtaunuskreis, das mehr Aufmerksamkeit verdient.

(Anmerkung zur historischen Einordnung: Persönliches Highlight des 13. Juli 2014 waren weder Salate noch Kohl, sondern der Nervenkitzel bevor Deutschland zum 4. Mal Weltmeister wurde. Der Stimmung des Tages entsprechend war meine Robe in den Farben Schwarz-Rot-Gold gehalten. :-) )

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Wildpflanzenacker in Hammersbach

Was blüht denn da? Zwischen Mais- und Weizenfeldern in der Nähe von Hammersbach befindet sich ein außergewöhnliches Feld. Ein 2,4 ha großes Blütenparadies für Honigbienen, Wildbienen und andere Insekten. Aber auch Vögel und anderes Getier finden hier Unterschlupf. Die Mischung besteht aus verschiedenen Malvenarten, Luzerne, Buchweizen, unterschiedlichen Kleesorten, Sonnenblumen und noch einigem mehr.

Honigverkostung

Wildpflanzen-Acker-Honig-Verkostung

Verantwortlich für diesen ungewohnten Anblick ist Friedrich Bellgardt, den ich auf dem Hessischen Bauerntag kennen lernte. Dort lud er mich zu einer Besichtigung seiner Blühfläche ein – er hatte gleich richtig erkannt, dass “blühende Landschaften” ein Thema ist, mit dem man mich begeistern kann. Bei einem Besuch Anfang diesen Monats konnte ich mehr über das Projekt “Wildpflanzen-Acker” lernen.

In Zusammenarbeit mit der Firma Saaten Zeller und durch finanzielle Förderung gelingt es Herrn Bellgardt eine beispielhafte, mehrjährige Blühfläche zu erschaffen. Und auch ein Imker ist mit im Team! Er hat bis zum Ende der Blühzeit einige seiner Bienenvölker auf dem Feld stehen. Wenn die Tracht vorbei ist, wird geerntet und die Ernte in eine Biogasanlage gebracht. Der Ertrag kann natürlich nicht mit dem eines Maisfeldes mithalten, aber dafür profitieren von dieser Fläche Insekten und Vögel während gleichzeitig die Artenvielfalt aufrecht erhalten wird. Und einen schönen Anblick bietet dieses Feld natürlich auch. Mehr Bilder unseres Besuches in Hammersbach finden Sie in der Galerie.

Anna-Lena über dem Wildpflanzen-Acker

Das Feld ist außerdem als Experiment anzusehen. Hier konnte die Firma Saaten Zeller feststellen, welche Veränderungen an der Saatenkombination vorzunehmen sind um die Pflege zu erleichtern und den Ertrag für den Landwirt zu optimieren. Die nun erhältliche Mischung entspricht nicht mehr derjenigen, die hier ausgesät wurde. Mehr zu den verschiedenen Saatmischungen können Sie auf der Webseite der Firma Saaten Zeller nachlesen.

Alles in allem also ein vorbildliches Projekt, das zeigt, wie sich Landwirte für Artenvielfalt und Blühflächen einsetzen können. Es wäre wünschenswert, wenn es mehr Landwirte wie Herrn Bellgardt gäbe! Hoffentlich werden einige seiner Kollegen von ihm inspiriert und motiviert.

Landwirt Friedrich Bellgardt und Imker Paul Wegner im Feld

Nur ein Rätsel bleibt: Nach den neuen EU-Richtlinien wird die Fläche nicht als “Greening” anerkannt und somit auch nicht gefördert… ?

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Bienenmarkt in Michelstadt

Bietscheibenausgabe

Ausgabe der Bietscheiben vor der Versteigerung

Zeitgleich zum Hessentag in Bensheim fand der Bienenmarkt in Michelstadt statt. Am Sonntag, den 15. Juni erlebte ich zum ersten Mal eine Bienenköniginnen-Versteigerung. Ich war überrascht welche Preise für Zuchtköniginnen erzielt wurden.

Was ist das Besondere an diesen Bienenköniginnen? Die meisten Imker legen hauptsächlich Wert auf vier Eigenschaften:

  • Sanftmut
  • Legeleistung
  • Schwarmträgheit
  • Honigertrag

Die Züchter kümmern sich darum, dass diese Merkmale besonders ausgeprägt sind. Natürlich spielen bei der Begattung auch die Gene der Drohnen eine Rolle. Aus diesem Grund sind unbegattete Königinnen viel günstiger als begattete.

Der Bienenmarkt besteht nicht nur aus der Versteigerung am Sonntagmorgen! Er erstreckt sich über 10 Tage und bietet zahlreiche Fahrgeschäfte und Verkaufsstände, die nichts mit Imkerei und Bienen zu tun haben. Doch auch der regionale Imkerverein hat einen Stand, an dem nicht nur informiert, sondern auch verkauft wird.

Vorstand des LHI

Manfred Ritz, Ernst Ruppel, Anna-Lena Ruppel, Maria Ritz, Karin Kubetz und Lothar Wehner

Als Abschluss des Bienenmarktes durfte ich am Festzug teilnehmen. Leider konnte ich dadurch die anderen Wagen nur bei der Aufstellung sehen. Es war eine interessante Erfahrung, doch mit den Füßen auf dem Boden und im direkten Dialog fühle ich mich deutlich wohler.

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Hessentag in Bensheim

Eröffnung der Sonderausstellung "Der Natur auf der Spur"

Eröffnung der Sonderausstellung "Der Natur auf der Spur"

Vom 06. – 15. Juni war Hessentag in Bensheim. Für das erste Wochenende
kam ich mit meinen Eltern, die am Samstag Standdienst beim Landesverband Hessischer Imker hatten,  in einem Hotel in Heppenheim unter. Ich  habe den Hessentag also nicht nur “königlich”, sondern auch privat sehr genossen.
Den Anfang machte die Eröffnung der Sonderausstellung “Der Natur auf der Spur”. Hierbei konnte ich das sehr nette Hessentagspaar Anne Weihrich und Markus Glanzner kennen lernen. Ministerin Priska Hinz und Bürgermeister Thorsten Hermann lobten die  Zusammenarbeit und den Einsatz aller Beteiligten.
“Natur auf der Spur” hatte wie üblich viel zu bieten! Oft konnte man an den unterschiedlichen Ständen etwas selbst ausprobieren und die Natur im wahrsten Sinne des Wortes “begreifen”. Besonders Familien mit Kindern und auch Schulklassen können hier eine angenehme und lehrreiche Zeit verbringen.

Stand der Bensheimer Imker

Stand der Bensheimer Imker

Imker-Quiztafel

Imker-Quiztafel

Auch der Stand des ortsansässigen Imkervereins war ein “Hingucker” und stand nicht hinter den anderen
zurück. Ein gläserner Wildbaukasten vor einer kleinen Bienenweide war Blickfang Nr. 1. Und wem das Gesumme nicht ganz geheuer war, der konnte sein Bienenwissen an einer Quizwand testen (Leihgabe des Imkervereins Oberlahn Weilburg e.V.) oder Wildbienen-Nisthilfen begutachten.

Das Symbol der Landfrauen, die Biene, lockte mich zu  deren Stand, wo ich gleich zum Ausprobieren eingeladen wurde. Neben fröhlichem Gemüse-Ertasten konnte man auch den Geschmack testen und dazu noch ungewöhnliche landwirtschaftliche Gerätschaften kennen lernen.

Bei den Landfrauen

Bei den Landfrauen

Besonders spannend war für mich das “Flanieren” auf der Festmeile. Wie viele interessante Menschen man mit Krönchen und Kleid kennen lernt, ist sehr faszinierend. Man kommt erstaunlich schnell ins Gespräch und nimmt sich viel mehr Zeit, um möglichst alles von den Ständen aufzunehmen. So dauert ein Spaziergang über den Hessentag gut 5-mal länger als gewohnt.

Eines meiner sonntäglichen Highlights war das Ministerium für Soziales und Integration. Bei den Rekordtemperaturen (vor allem auch in den Zelten der Landesausstellung) war deren Sprühnebel-Ventilator ein wahrer Segen! Natürlich gab es noch viele andere interessante Stände. Eine detaillierte Auflistung spar’ ich mir an dieser Stelle. Wer den Hessentag verpasst hat, hat im nächsten Jahr wieder die Möglichkeit diese wirklich sehens- und erlebenswerte Veranstaltung zu besuchen!

Am Dienstag war zudem Empfang des Hessischen Bauernverbandes, an dem auch die Hessische Milchkönigin Svenja I. und die Hessische Rapsblütenkönigin Nadine I. teilnahmen, die am Donnerstag zuvor inthronisiert worden waren. Höhepunkt war hier nach den üblichen Grußworten aus Politik und Verband das Wettmelken, das die Hessische Milchkönigin souverän gewann. Wobei wohl alle Teilnehmer froh waren, dass die Kuh nur aus Pappe war.

Am Ende dieser “heißen” Tage bleibt mein Fazit: Hessentag ist toll, aber mit Krönchen und Schärpe war es eine ganz neue, unvergessliche Erfahrung! (Ich hatte zum Beispiel auch mein erstes Interview.)

Und dann noch mein Dank an die Reservisten der Bundeswehr, die mir eine Ecke ihres Zelts als Umkleidekabine zur Verfügung stellten.

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Brunnenfest in Hungen

In Hungen gibt es jedes Jahr die Europawoche. Dabei wird im Rahmen des Brunnenfestes auf dem Marktplatz die Hungener Brunnenkönigin gekrönt (oder im Amt bestätigt).

Dieses Jahr wurde Patricia I. im Amt bestätigt und erhielt ihre neue Schärpe für 2014. Ich habe mich sehr gefreut, dass ich als relativ “frische” Königin meine Aufwartung machen durfte. Auch die Villinger Kürbiskönigin Lea I. war anwesend und berichtete unter anderem von ihren Erfahrungen bei der Kürbisernte.

Für mich war es ein sehr angenehmer Nachmittag in familiärer Atmosphäre. Bei über 30°C konnte man es sich im Schatten auf einer Bierzeltgarnitur bequem machen und dem bunten Programm folgen. Viele Tanzgruppen zeigten, dass sie sich trotz der Hitze wunderbar bewegen konnten. Aber ich war froh, dass sich mein Auftritt auf freundliche Unterhaltungen mit der Moderatorin Anke Erbeck und Patricia I. beschränkte.

Besonders beeindruckt hat mich das Engagement des Hungener Pfarrers Marcus Kleinert. Er nutzte die Veranstaltung, um auf die Spendenaktion der Kirche zur Finanzierung der Dachstuhl-Sanierung aufmerksam zu machen. Als kleines Dankeschön für die Spender, bietet er Schieferschindeln des Kirchendaches an, die er in Eigenarbeit und mit großer Vorsicht vom Kirchendach ablöste. – Eine bemerkenswerte Initiative!

Gerne wäre ich noch abends in Hungen geblieben, aber ich konnte meine Eltern in Bensheim auf dem Hessentag nicht so lange alleine lassen…

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Hessischer Bauerntag

Am vergangenen Donnerstag, dem 05. Juni 2014 hatte ich die Ehre, zum Hessischen Bauerntag in der Kongresshalle in Gießen eingeladen zu sein.
Ein gemeinsames Gespräch der Vorsitzenden des Landesverbandes Hessischer Imker (LHI) und des Hessischen Bauernverbandes (HBV) letzte Woche kündigte bereits eine engere Zusammenarbeit an. Mehr darüber können Sie auf der Webseite des Hessischen Bauernverbandes erfahren.

Im Rahmen der Veranstaltung wurden die Hessische Rapsblütenkönigin Nadine und die Hessische Milchkönigin Svenja gekrönt. Neben den Hauptrednern, dem hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier und dem Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt gab es viele aufschlussreiche Grußworte. Näheres hierzu findet man in der Presse und in der ARD Mediathek.

Mich hat besonders das Grußwort des Vorsitzenden der Hessischen Landjugend, Lars Döppner angesprochen. Er betonte die Wichtigkeit von Transparenz in der Landwirtschaft. Ein Großteil der Gesellschaft sei nicht richtig über moderne landwirtschaftliche Arbeitsweisen informiert. Es bestehen weiterhin viele Vorurteile, die es gilt abzubauen.

Ich bin überzeugt davon, dass auch Imker und Landwirte noch einiges von einander lernen können. Von einem gegenseitigen Informationsaustausch können beide Seiten profitieren und dadurch ihre Position in der Gesellschaft stärken.

(Mit “Imker” und “Landwirte” meine ich natürlich männliche und weibliche Personen.)

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