88. Kongress deutschsprachiger Imker

Sektempfang mit Mr. President

4 Tage im Schwabenland bei Dauerregen! – Wie gut, dass es einen Kongress gab und man nicht so oft nach draußen musste! Die Veranstaltung war zweigeteilt. Zum einen gab es den Kongress, bei dem Vorträge gehalten wurden, sich die teilnehmenden Länder an Ständen vorstellten und Fachliteratur verkauft wurde. Zum anderen gab es eine Imkeraustellung. Hier wurden zwar keine Imker ausgestellt, dafür jedoch allerlei Gerätschaften und anderer Imkerbedarf. Leider waren die Standorte nicht direkt nebeneinander, so dass man erst einmal durch den Regen spazieren musste. Dafür war der Übergang von der Kongresshalle zur Landesgartenschau Baden-Württemberg fließend …

Wie bei solchen Kongressen üblich gab es sehr gute, interessante und auch weniger spannende Vorträge. Ich beschränke mich hier auf meine persönlichen Highlights.

Zulassung von Arzneimitteln für Bienen
Die Zulassung für Arzneimittel für Bienen erfolgt beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Hat die Anwendung von Arzneimitteln unerwartete Auswirkungen, sollte der Imker das beim BVL melden. Nur so kann eine erneute Prüfung eingeleitet werden und dem Produkt gegebenenfalls die Zulassung entzogen werden. Diese Antwort gab Gesine Hahn vom BVL auf die Frage, warum bestimmte Bienen-Arzneimittel noch immer auf dem Markt erhältlich seien.

Maisanbau zur Biogaserzeugung
Oft spricht man von dem Missstand, dass auf Äckern Monokulturen angebaut werden. Vorzeigebeispiel ist hierbei der Mais. Man sieht ja auch immer mehr Mais auf den Feldern… oder? Mais ist mit Abstand am effizientesten, wenn es um die Biogas-Gewinnung geht. Wie viel Mais befindet sich derzeit eigentlich auf Deutschlands Äckern? Otto Körner vom Fachverband Biogas e.V. hat die Zahlen dazu. Ihm zufolge seien nur 7% der deutschen Ackerfläche mit Mais bepflanzt, wobei hierbei zwischen Silomais und Körnermais unterschieden wird. Mehr Informationen zu Mais findet man unter http://www.maiskomitee.de/. Es gibt jedoch auch Alternativen zum Mais, die zwar weniger effizient in der Biogas-Gewinnung sind, dafür aber andere Vorteile mit sich bringen. Zum Beispiel Sorghumhirse, durchwachsene Silphie und Wildpflanzenmischungen. Apropos Wildpflanzenmischung…

Wildpflanzen im Ackerbau
Ein grandioser Vortrag von Werner Kuhn beantwortet die Frage “Stellen Blühflächen auch für die Landwirtschaft eine Alternative dar?” mit einem deutlichen JA! Das Prinzip ist schon von der Besichtigung des Wildpflanzenackers in Hammersbach bekannt. Das Netzwerk Lebensraum Feldflur betreibt Öffentlichkeitsarbeit und engagiert sich politisch, um mehrjährige Wildpflanzenäcker in die europäische “Greening-Förderung” mit aufzunehmen. Vorteile, Methoden etc. werde ich hier nicht auflisten. Besuchen Sie die Website http://www.lebensraum-feldflur.de!

Die Bienen-App
Nach Startschwierigkeiten ist die Bienen-App des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft inzwischen durchaus nützlich. Neben  kleinen Informationsblöcken bietet sie vor allem einen Blühpflanzenlexikon, das nach verschiedenen Kriterien gefiltert werden kann (Blühzeit, Bienenfreundlichkeit, Blütenfarbe etc.). Den Katalog gibt es auch in Papierform – er liegt bei vielen Veranstaltungen aus. Sehr hilfreich bei der Frage, mit welchen Pflanzen man den Balkon und Garten verschönern könnte. Die App ist für iOS, Windows Phone und Android gleichermaßen verfügbar.

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