Erntedank- und Hoffest in Friedberg

7. September 2014: Der Regionalbauernverband Wetterau-Frankfurt lädt zum jährlichen Erntedank- und Hoffest nach Friedberg auf das Raiffeisen-Gelände ein.

Erntedankfest mit Rapsblüten-, Milch- und Erdbeerkönigin

Erntedankfest mit Rapsblüten-, Milch- und Erdbeerkönigin

Wieder einmal konnten sich interessierte Bürger im Rahmen einer Festlichkeit über Landwirtschaft informieren. Die Veranstaltung wurde mit einem ökumenischen Gottesdienst eröffnet. Die Predigt beschäftigte sich unter anderem mit dem Thema Dankbarkeit – wie sollte es an einem Erntedankfest auch anders sein? Aber auch die Nahrungsmittelverteilung, Praxisferne von Reglementierungen und nachhaltige Landwirtschaft wurden angesprochen. Meine Lieblingssaussage hierbei war, dass es das Ziel eines jeden Landwirts sei, die bewirtschaftete Fläche in einem besseren Zustand an seinen Nachfolger weiter zu geben.

Der allgemeine Ton der Veranstaltung war: “Uns geht’s hier in der Wetterau doch recht gut”. Mit problematischem Wetter haben die Bauern seit jeher zu kämpfen, aber die Ernte ist dennoch zufriedenstellend.

Ein großes Problem jedoch sei die Distanz zwischen Verbraucher und Landwirt. Immer weniger Verbraucher machen sich beim Einkaufen Gedanken über die Herkunft ihrer Nahrungsmittel. Auch im Supermarkt können und sollten regionale und saisonale Produkte bevorzugt gekauft werden. Ein Bio-Siegel ist nicht unbedingt das Maß aller Dinge! Denn ist es nicht ökonomischer, regionale Produkte zu kaufen, statt Bio-Ware, die womöglich von einem anderen Kontinent eingeflogen wird? Das Einkaufen auf Wochenmärkten und in Hoflädchen bietet den unumstrittenen Vorteil, dass sich der Verbraucher direkt über Herkunft und Anbau der Lebensmittel erkundigen kann. Um Verbraucher aufzuklären und sie der Lebensmittelerzeugung wieder näher zu bringen, gibt es immer wieder Hoffeste, die ich jedem nur ans Herz legen kann. An einem schönen Wochenende kann man einen netten Tagesausflug zu einem Hof machen, ein wenig lernen, ein wenig speisen, ein wenig einkaufen und den Tag genießen.

Viele Menschen (auch ich) haben den Bezug zu dem Wert eines Nahrungsmittels verloren. Große Konzerne drücken den Preis, um immer “bessere” Angebote zu machen – und das mit Erfolg. Warum sollte man beispielsweise ein Vielfaches für Butter ausgeben, wenn sie auch zu Schleuderpreisen angeboten wird? Verdeutlicht man sich hingegen einmal wie viel Arbeit dahinter steckt, bis die Butter im Regal liegt, sollte die Frage doch eher lauten: “Wer wird bei diesem Kauf beschissen?” und “Wo kann ich Nahrungsmittel zu einem fairen Preis kaufen?”

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