Hoffest in Nieder-Erlenbach

Wie werden in Deutschland eigentlich Lebensmittel angebaut? Diese Frage können nicht viele Menschen beantworten. Auch wenn sich ein Teil der Bevölkerung darum bemüht regionale Lebensmittel einzukaufen, ist der Produktionsprozess doch vielen unbekannt. Das ist auch dem Hessischen Bauernverband bewusst. So kann und soll es aber nicht bleiben! Deshalb organisiert der HBV in ganz Hessen Hoffeste auf denen Bürger sich über die Bedingungen und die Abläufe in Höfen, Gärtnereien etc. informieren können.

Ziel hierbei ist es die Transparenz in der Landwirtschaft zu erhöhen und den Bürger auf angenehme und unterhaltsame Weise zu informieren. In der Landwirtschaft gibt es eine Menge Zertifizierungen und Kontrollinstanzen, die den Verbraucher schützen. Aber wer kennt eigentlich die Bedeutung, die hinter den diversen Siegeln und Aufdrucken steht?

Hoffest Nieder-Erlenbach

vlnr: Dr. Matthias Mehl (Kreislandwirt), Hildegard Schuster (Präsidentin der Landfrauen), Uwe Becker (Stadtkämmerer Frankfurt), Erika Steinbach (Mitglied des Bundestages), Svenja I. (Hess. Milchkönigin), Thomas Mann (Europaabgeordneter), Anna-Lena I. (Hess. Honigkönigin), Markus Frank (Stadtrat Frankfurt)

In Nieder-Erlenbach wurde vor allem erklärt, welch enormer Aufwand hinter diesen “Qualitätsnachweisen” steht. Oft seien es Selbstverständlichkeiten, die gefordert werden, aber der Nachweis erfordere einiges an bürokratischem Aufwand. Für einen Familienbetrieb sei das eine weitere Belastung, die das Auskommen gefährde. Es steht die Frage im Raum, wie  Verbraucherschutz gesichert werden kann und gleichzeitig der bürokratische Aufwand für landwirtschaftliche Familienbetriebe minimal gehalten wird. Es gilt Kompromisse zu finden und das Vertrauen der Menschen in die regionale Landwirtschaft zu stärken.

Kühlhaus

Im Kühlhaus der Gärtnerei Kunna

In der Gärtnerei Kunna in Nieder-Erlenbach, wo Mitte Juli ein Hoffest statt fand, wurde gezeigt wie es geht. Nach einer kleinen Führung durch den Betrieb und einigen Grußworten hatte man die Gelegenheit in geselliger Runde mehr über den Betrieb zu erfahren. Die Gärtnerei befasst sich hauptsächlich mit dem Anbau von Kohlarten und Schnittblumen (eine Riesenauswahl an Freilandrosen!). Die Lebensmittel werden an einen Supermarkt geliefert, aber auch im eigenen Hofladen vermarktet. Hier können sie mehr über die Gärtnerei Kunna erfahren. Mit einer erstaunlichen Auswahl an Salaten und Kuchen und natürlich auch Würstchen im Brötchen war für das leibliche Wohl bestens gesorgt.

Bei dieser Veranstaltung Mitte Juli habe ich vor allem eines mitgenommen: Die Informationen zur Website Land-Partie. (Die Informationen werden auch in verschiedenen kleinen Broschüren angeboten.) Hier findet man Termine zu Feiern und Festen auf Höfen; man erfährt auf welchem Hof es was zu kaufen gibt, welche Veranstaltungen stattfinden und auch welche Gaststätten sich von Höfen aus der Region beliefern lassen. Ein sehr informatives und nützliches Projekt des Amts für den ländlichen Raum beim Hochtaunuskreis, das mehr Aufmerksamkeit verdient.

(Anmerkung zur historischen Einordnung: Persönliches Highlight des 13. Juli 2014 waren weder Salate noch Kohl, sondern der Nervenkitzel bevor Deutschland zum 4. Mal Weltmeister wurde. Der Stimmung des Tages entsprechend war meine Robe in den Farben Schwarz-Rot-Gold gehalten. :-) )

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