Wildpflanzenacker in Hammersbach

Was blüht denn da? Zwischen Mais- und Weizenfeldern in der Nähe von Hammersbach befindet sich ein außergewöhnliches Feld. Ein 2,4 ha großes Blütenparadies für Honigbienen, Wildbienen und andere Insekten. Aber auch Vögel und anderes Getier finden hier Unterschlupf. Die Mischung besteht aus verschiedenen Malvenarten, Luzerne, Buchweizen, unterschiedlichen Kleesorten, Sonnenblumen und noch einigem mehr.

Honigverkostung

Wildpflanzen-Acker-Honig-Verkostung

Verantwortlich für diesen ungewohnten Anblick ist Friedrich Bellgardt, den ich auf dem Hessischen Bauerntag kennen lernte. Dort lud er mich zu einer Besichtigung seiner Blühfläche ein – er hatte gleich richtig erkannt, dass “blühende Landschaften” ein Thema ist, mit dem man mich begeistern kann. Bei einem Besuch Anfang diesen Monats konnte ich mehr über das Projekt “Wildpflanzen-Acker” lernen.

In Zusammenarbeit mit der Firma Saaten Zeller und durch finanzielle Förderung gelingt es Herrn Bellgardt eine beispielhafte, mehrjährige Blühfläche zu erschaffen. Und auch ein Imker ist mit im Team! Er hat bis zum Ende der Blühzeit einige seiner Bienenvölker auf dem Feld stehen. Wenn die Tracht vorbei ist, wird geerntet und die Ernte in eine Biogasanlage gebracht. Der Ertrag kann natürlich nicht mit dem eines Maisfeldes mithalten, aber dafür profitieren von dieser Fläche Insekten und Vögel während gleichzeitig die Artenvielfalt aufrecht erhalten wird. Und einen schönen Anblick bietet dieses Feld natürlich auch. Mehr Bilder unseres Besuches in Hammersbach finden Sie in der Galerie.

Anna-Lena über dem Wildpflanzen-Acker

Das Feld ist außerdem als Experiment anzusehen. Hier konnte die Firma Saaten Zeller feststellen, welche Veränderungen an der Saatenkombination vorzunehmen sind um die Pflege zu erleichtern und den Ertrag für den Landwirt zu optimieren. Die nun erhältliche Mischung entspricht nicht mehr derjenigen, die hier ausgesät wurde. Mehr zu den verschiedenen Saatmischungen können Sie auf der Webseite der Firma Saaten Zeller nachlesen.

Alles in allem also ein vorbildliches Projekt, das zeigt, wie sich Landwirte für Artenvielfalt und Blühflächen einsetzen können. Es wäre wünschenswert, wenn es mehr Landwirte wie Herrn Bellgardt gäbe! Hoffentlich werden einige seiner Kollegen von ihm inspiriert und motiviert.

Landwirt Friedrich Bellgardt und Imker Paul Wegner im Feld

Nur ein Rätsel bleibt: Nach den neuen EU-Richtlinien wird die Fläche nicht als “Greening” anerkannt und somit auch nicht gefördert… ?

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